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Letzte Aktualisierung am 09.05.2026
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Geschichte / Zentrale Wasserversorgung
Zeittafel der Geschichte der zentralen Wasserversorgung Neukirchen/Erzgeb.
Diese Zeittafel gibt den Ablauf der Errichtung der zentralen Wasserversorgungsanlage in Neukirchen in knappen Stichworten wider. Die Veröffentlichung einer vorliegenden Dokumentation zur Wasserversorgung Neukirchen durch den Heimat- und Geschichtsverein Neukirchen/Erzgeb. ist geplant
Bei der Besiedlung des Ortes Versorgung mit Trink- und Brauchwasser aus den vorgefundenen Gewässern und Quellaustritten.
Mitte des 18. Jahrhunderts Erwähnung von privaten Röhrwasserstrecken im Ort.
Erste Hälfte des 19. Jahrhunderts sind 11 private Wasserhäuser, wahrscheinlich Sammelbehälter, registriert. Für viele andere Grundstücke erfolgte die Wasserversorgung aus Hausbrunnen.
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts erste Überlegungen zur Errichtung einer zentralen Wasserversorgung für Neukirchen.
Bis 1912 wurden Wassergewinnungsanlagen in Seifersdorf, Oberneukirchen, in der Würschnitzaue in der Nähe der Herrenmühle und im Burkhardtsdorfer Abtwald ins Auge gefasst.
1912 Vorschlag Ingenieur Arthur Halbig aus Rottluff mit drei Varianten einer Wassergewinnung:
1. Wassergewinnung durch ein Quellgebiet in Adorf. Rohrleitung bis nach Neukirchen in ein zu erbauendes Rohrnetz und in einen Wasserbehälter ungefähr in Höhe der Kreuzung der jetzigen Chemnitzer Straßen Stollberger Str. und Wolgograder Allee.
2. Nutzung vorhandener Gebiete Krehergrund und Badbach durch eine Tiefbrunnenanlage und Tiefbrunnen in der Würschnitzaue
3. wie 2., aber Tiefbrunnenanlage bei der Herrenmühle
Juli 1912 von Halbig ausgearbeiteter Antrag an die Amtshauptmannschaft Chemnitz für eine Neukirchener Wasserversorgungsanlage.
Oktober 1912 Vorlage von Planungsunterlagen durch Helbig mit der Wassergewinnung durch Tiefbrunnenanlage Krehergrund/Badbach.
Im März 1913 übergibt Halbig der Gemeinde Kostenplanungen für drei Ausführungsvarianten:
1. Wassergewinnung in Adorf, Rohrleitungen und Wasserbehälter wie oben beschrieben, Kosten 315.000 RM
2. wie vor mit einem zusätzlichen Tiefbrunnen und einem Pumpwerk in der Ortslage Neukirchen, Kosten 348.000 RM
3. Aufteilung des Neukirchener Rohrnetzes in eine obere und eine untere Versorgungszone. Obere Zone wie Variante 1. Untere Zone Wasserfassung Krehergrundbach und Badbach, Bau eines weiteren Wasserbehälters, Kosten 455.000 RM
Helbig empfiehlt die Variante 1.
Ab Mitte 1913 Baubeginn für die zentrale Wasserversorgung Neukirchen. Bis auf den Wasserbehälter wird die Fa. Arthur Halbig mit der Bauausführung beauftragt.
Februar 1914 Inbetriebnahme eines ersten Abschnitts der Wasserversorgung aus dem Quellgebiet Adorf noch ohne den an der Ecke jetzt Stollberger Str./Neukirchner Str., Chemnitz fast fertig gestellten Wasserbehälter.
Der künftige Tiefbrunnen an der jetzt Neukirchner Str., Chemnitz ist gebohrt. Von diesem 100 m tiefen, mit Holzrohr ausgebauten Tiefbrunnen wird eine Rohrleitung zum Wasserbehälter verlegt. Der Tiefbrunnen geht allerdings erst 1915 in Betrieb.
Im Sommer 1914 zu Beginn des Ersten Weltkrieges war die zentrale Wasserversorgungsanlage Neukirchen mit einem Kostenaufwand von 450.000 RM fertiggestellt.
Aus dem Quellgebiet Adorf floss unbehandeltes Sickerwasser durch Adorf, die Adorfer Str., die Hauptstraße und die Friedhofstr. bis in den Wasserbehälter oder wurde bereits vorher verbraucht und durch aus dem Wasserbehälter zurück fließendes gespeichertes Wasser ergänzt.
An die Anlage waren 475 Grundstücke angeschlossen.
Die Wasserversorgungsanlage wurde von der Gemeinde betrieben. Die hatte dafür als Wassermeister Herrn Semmler eingestellt.
Im Juli 1923 geht zusätzlich ein Pumpwerk am heutigen Weg Am Wasserwerk in Betrieb. Es pumpte unbehandeltes Wasser aus einem Brunnen, der Wasser aus den Quellgebieten Krehergrund und Badbach sammelte, in das Rohrnetz.
1928 Anschluss des Ortsteils Sorge.
Seit September 1929 wurde ein 102 m tiefer Tiefbrunnen der Fa. Steudten von der Gemeinde mit genutzt.
Ab 1930 wurden die Adorfer Grundstücke entlang der Überleitung nach Neukirchen an die Wasserversorgungsanlage angeschlossen.
Nach 1935 wurde das Wasserschloss und der untere Ortsteil Klaffenbach entlang der Würschnitz angeschlossen.
Für 1939 wurde eine Länge der Versorgungsleitungen von 30 km ermittelt und es waren 960 Grundstücke angeschlossen.
Bis 1964 war die Gemeinde weiter Betreiber der Anlage. Verantwortlicher Wassermeister war Max Vogel.
1964 übernahm der VEB Wasserversorgung und Abwasserbehandlung Karl-Marx-Stadt die Neukirchener Wasserversorgung. In Neukirchen verblieb bis Ende der siebziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts ein kleiner Stützpunkt Am Wasserwerk.
Anfang der siebziger Jahre mussten die Quellgebiete Krehergrund und Badbach wegen Beeinträchtigungen der Wasserqualität außer Betrieb gesetzt werden.
1976 Betrieb eines nur von einer Holzkiste umhausten Pumpwerks am Ortseingang Adorf zur Stabilisierung der Wasserversorgung in Adorf, später dauerhaft in einem gegenüberliegenden Gebäude installiert.
1977 Bau eines Wasserbehälters im Quellgebiet Adorf.
1979 Bau einer kleineren Verbindungsleitung zum Chemnitzer Rohrnetz entlang der Chemnitzer Stollberger Str.
1984 über das Chemnitzer Rohrnetz Anschluss an das Ableitungssystem aus der Talsperre Eibenstock/Wasserwerk Burkersdorf. Es wird eine größer dimensionierte Rohrleitung von Chemnitz nach Neukirchen verlegt.
Außerbetriebnahme des alten Neukirchener Wasserbehälters.
Außerbetriebnahme aller bisherigen noch betriebenen Neukirchener Wasserge-winnungsanlagen.
1996 Inbetriebnahme einer Druckerhöhungsanlage in Adorf, Klaffenbacher Str.
1999 Außerbetriebnahme des Wasserbehälters im Quellgebiet Adorf und des Pumpwerkes Ortseingang Adorf
Im Gewerbegebiet Neukirchen wurde eine Druckerhöhungsanlage gebaut. An diese DEA wurde nach dem Gewerbegebiet auch die in Neukirchen hoch gelegenen ehemaligen sogenannten KIM-Häuser angeschlossen.
2007 wurde in Ober-Adorf ein Wasserbehälter gebaut. Im Bedienhaus des Wasserbehälters ist eine Druckerhöhungsstation für die über Behälterniveau stehenden Grundstücke eingebaut. Gleichzeitig funktionierte die Anlage an der Klaffenbacher Str. nicht mehr als DEA sondern als Pumpwerk in Richtung oberes Rohrnetz und neuem Wasserbehälter Adorf.
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