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Letzte Aktualisierung am 09.05.2026

Geschichte / Erinnerungen und Episoden

Neukirchner Erinnerungen (Auszug)

Nachdenkliches, aufgeschrieben zur Erinnerung an meine Kinder- und Jugendzeit
bis 1960 in Neukirchen.
von Rolf Siegel, 2006


Denkt man zurück an diese Zeit,
die eigentlich schon ganz schön weit
zurückliegt, über fünfzig Jahr,
da wird es einem langsam klar,
daß die Jahrzehnte nur so eilen.
Drum möcht´gedanklich ich verweilen
bei Freunden, Nachbarn und Bekannten,
bei vielen, die wir früher kannten,
die hier im Dorf einst um uns waren,
die, drüber sind wir uns im Klaren,
teils längst das zeitliche gesegnet.
Wir sind den meisten einst begegnet,
kannten Geschäfte, Häuser, Namen,
drum reimte ich das hier zusammen.

Die Kirche, ehrwürdig und alt,
mit oft veränderter Gestalt,
erst wehrhaft, mehrfach dann erweitert,
hat uns begleitet – auch erheitert.
Da war zunächst der Pfarrersmann.
Das sah man ihm von ferne an,
wenn er in schwarzen langen Rock,
mit schwarzem, großen Hut und Stock,
gar strenge durch Neukirchen schritt,
da ging die ganze Würde mit.
Der Pfarrer Götze, weihevoll,
war diesbezüglich wirklich toll,
hat die Gemeinde angeführt,
uns ´51 konformiert.
In Grabner-Dora´s Unterricht
trieb uns in die wöchentliche Pflicht.
Der Kunz-Max war zu der Zeit Kantor,
der sang mit allen miteinander.
Frau Dressel, uns´re Kirchnerin,
hatte ´nen großen Ordnungssinn,
sie zog die Glocken mit der Hand,
bis später sich Frau Engel fand.

Dem Pfarrer Götze folgte Kautzsch
mit der Familie, und mit – autsch –
auch seine Haus- und Wirtschaftsdame,
entfallen ist mir länst ihr Name.
Doch war die sehr energisch und
vergällte uns so manche Stund,
wenn wir im Park, am Pfarrteich, spielten
und uns von ihr gegängelt fühlten.
Danach kam Pfarrer Zacharias.
mit ihm gab´s sicher etwas mehr Spaß.
Im wohlverdienten Ruhestand
war auch Sup. Wagner noch bekannt,
mit seiner Tochter Annemarie.
als Katechetin wirkte sie.
Der nächste, Pfarrer Anton war
mit seiner großen Kinderschar,
uns wirklich lange Zeit bekannt,
und wirkte bis zum Ruhestand.

Gleich nebenan war auch die Schule,
und was ich jetzt si runterspule,
ist das, was wir vor vielen Jahren
in diesem Schulhaus hab´n erfahren.
Dort wirkte einst der Fischer-Lehrer,
er hatt´es als Direktor schwerer,
doch als erfahr´ner Lehrersmann,
stand er immer seinen Mann,
versah den Dienst mit großem Eifer
und machte uns schon etwas reifer.
Der Lehrer Pelz, Frau Neminar,
Herr Geidel, der später Direktor war,
die legten weiter guten Grund,
unterichteten uns manche Stund´.
Und, "in der Regel" hieß es immer,
wenn Herr Kretzschmar mit Gewimmer
auf seiner "Geich" genüßlich spielte.
Manch Schüler dann sein Mütchen kühlte,
"vermurxte" ihm das Schlüsselloch
und brachte so den Lehrer hoch.
Der "Nachwuchs" kam auch bald ins Haus,
der Ziegner-Helmut, Ille-Hans,
der Scheufler-Heinz, die Hofmann-Brüder,
Herr Keilhauer sang mit uns Lieder,
Frau Friese und auch Fräulein Beck,
die Herren Mehner, Rank, Frau Piosek.
Sie haben uns Vieles gelehrt,
drum werden sie von uns verehrt,
drum ist auch was aus uns geworden
in Neukirchen und anderen Orten.
Der "Hausgeist" sei ja nicht vergessen;
denn Richters versorgten uns mit Essen
täglich mit Milch und trocknen Brötchen
– da brauchte keiner uns zu nöt´gen.

Die ganze Dorfstraß´, rauf und runter,
war´s Leben damals ganz schön munter.
Die vielen Läden und Geschäfte,
was wirkten da für Handwerkskräfte.
Der Fisch- und Grünzeugladen Walther,
der Weber-, später Flämig-Sattler,
die Kreher-Martha, dann ihr Sohn,
der Kreher-Maler, malte schön,
wenn Wohnungen zu malen waren.
Und war zum Bahnhof was zu fahren,
oder etwas zu holen, der Hoyer-Max,
mit seinen Söhnen, HOYER MACHTS
mit Pferden und Wagen, auch mit LKW,
sie hatte zu schaffen bei Sonne und Schnee.

Und gleich daneben, der "Rudolph-Fleischer",
mit seinem Geschäft war er bestimmt kein Reicher.
Er hatte ein Dreirad-Automobil,
er nahm mal ne´ Kurve und das war zu viel.
Da kippte er um und lag auf der Seite,
das war für ihn sicher keine Freude.
Danach kamen Lohses, ein kleiner Betrieb,
der Strickwaren fabrizierte und auch vertrieb,
dann Oswin Todt mit seiner Sippe,
die verkauften Kleider, Stoffe und Knöppe.

u.s.w.

Quellenangabe:
Herr Max Peters

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